Altern muss nicht zwangsläufig mit Funktionsverlust oder Abhängigkeit einhergehen. Verschiedene Studien zur Langlebigkeit bestätigen, dass es klare Anzeichen dafür gibt, ob ein Mensch über 65 Jahren gesund, eigenständig und vital altert. Das Erkennen dieser Anzeichen ermöglicht es uns, nicht nur das zu würdigen, was wir uns bewahrt haben, sondern auch jene Gewohnheiten zu stärken, die das langfristige Wohlbefinden fördern. Im Folgenden stellen wir acht Fähigkeiten vor, die von Fachleuten als positive Indikatoren für gesundes Altern angesehen werden, sowie Empfehlungen, wie man sie im Alltag aktiv erhalten kann.
1. Gehen ohne Hilfsmittel und mit gutem Gleichgewicht: Die Fähigkeit, sich eigenständig zu bewegen, ist eines der deutlichsten Zeichen von Vitalität. Ein sicherer Gang, das Halten des Gleichgewichts beim Aufstehen von einem Stuhl oder das Bewältigen von Hindernissen auf der Straße zeugen von einer guten Gesundheit der Muskeln, Gelenke und des Nervensystems. Ein stabiler Gang verringert zudem das Sturzrisiko – eine der Hauptursachen für Komplikationen im Alter. Um diese Fähigkeit zu erhalten, empfiehlt es sich, täglich mindestens 30 Minuten zu gehen und sanfte Gleichgewichtsübungen durchzuführen, wie etwa das Stehen auf einem Bein mit einer Stütze in Reichweite.
2. Problemloses Treppensteigen (auf und ab): Diese alltägliche Tätigkeit erfordert Beinkraft, Herz-Kreislauf-Ausdauer und Koordination. Wer eine ganze Treppe hinaufsteigen kann, ohne außer Atem zu geraten, weist meist bessere Werte hinsichtlich der Herz- und Muskelgesundheit auf. Angepasstes Krafttraining, wie etwa sanfte Kniebeugen oder Übungen mit Widerstandsbändern, trägt dazu bei, diese Fähigkeit länger zu bewahren.
- Das Arbeitsgedächtnis erhalten
Sich an Namen, Termine, kürzliche Gespräche oder den Ablageort der Schlüssel zu erinnern, ist ein Zeichen dafür, dass das Arbeitsgedächtnis noch aktiv ist. Es geht nicht darum, ein perfektes Gedächtnis zu haben – gelegentliche Vergesslichkeit ist normal –, sondern darum, die Fähigkeit zu bewahren, Neues zu lernen und im Alltag zu funktionieren.
Lesen, Kartenspielen, Kreuzworträtsel lösen, Sprachen lernen oder der Umgang mit neuen Technologien sind Aktivitäten, die die Plastizität des Gehirns fördern.
- Gut schlafen und erholsame Ruhe finden
Tiefer, ununterbrochener Schlaf ist ein Eckpfeiler für ein langes Leben. Ältere Menschen, die zwischen 6 und 8 Stunden qualitativ hochwertigen Schlaf finden, haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitiven Abbau und Stimmungsstörungen.
Ein regelmäßiger Tagesablauf, der Verzicht auf Bildschirme vor dem Schlafengehen und die Reduzierung des Koffeinkonsums am Nachmittag tragen zu einem erholsamen Schlaf bei.
5. Guten Appetit und eine regelmäßige Verdauung haben